Christian Audigier
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Sein unmissverständliches Markenzeichen und die charismatische Persönlichkeit machen Christian Audigier momentan zum Mann der Stunde. Aber wer ist dieser verrückte und exzentrische Typ, den viele unter dem Synonym „Le Vif“, (der schnelle) kennen? Christian Audigier ist es in nicht einmal zwei Jahren gelungen, die Modeindustrie im Sturm zu erobern und Ed Hardy zu einem der bekanntesten Labels zu machen. Dies hat ihn letztendlich zum König der Shirt Designer aufsteigen lassen. Anfangs wurde ihm lediglich nationale Anerkennung zu Teil, als er mit der Marke „Von Dutch“ die Idee der Nadelstreifenentwürfe umsetzte. Man konnte sich nirgends ohne eines der Shirts oder eine der Trucker Caps zeigen, die von vielen bekannten Celebrities auf den Straßen von LA, Miami, New York oder Paris getragen wurden. Audigier arbeitete noch 3 weitere Jahre an Von Dutch Produkten, ehe er sich mehr seiner Neigung für Autos und Motorräder widmete und schließlich seine eigene Firma gründete, nachdem er die alleinigen Rechte erworben hatte, mit den Entwürfen des Tattoo Künstlers Don Ed Hardy arbeiten zu dürfen. Sein Erfolgsrezept war es, in der Künstler-, Musiker- und Schauspielerszene der USA von sich Reden zu machen. Viele bekannte Stars trugen dazu bei die außergewöhnlichen Shirts bekannt zu machen: Von Britney Spears, die eine seiner ersten bekannten Klientinnen darstellte, zu Ashton Kutchner, Paris Hilton, Hilary Duff und Justin Timberlake .. um nur einige zu nennen. Seitdem bestimmt Christian Audigier im Alleingang, was in Hollywood hip ist und was nicht.
Audigier, gebürtig aus Avignon, Frankreich, kann trotz seiner jungen Karriere bereits auf einige Erfolge zurückblicken und hat seither eine Menge guter Kontakte innerhalb und außerhalb der Modebranche knüpfen können. Sein Aufstieg begann in frühen Teenager Jahren, als ihn einer der leitenden Angestellten der „MacKeen Jeans“ Fabrik entdeckte. Christian Audigier hatte damals bereits einige wilde und eigensinnige Denimentwürfe geschaffen, die vor allem durch seine Leidenschaft für Rock n Roll beeinflusst wurden. „Meine Lieblingsgruppe waren die Rolling Stones. Es war für mich etwas selbstverständliches, coole und ausgeflippte Kleidung zu entwerfen“, sagt Christian Audigier. Obgleich er noch jung war, entschied er sich bei der Firma „MacKeen“ zu bleiben und wurde bald darauf zur antreibenden Kraft des Unternehmens. Während dieser Zeit reiste er rund um den Globus, von Tokyo nach Paris und nach mehreren anderen Zwischenstopps schließlich zurück in die USA nach New York, in die Stadt an die er sein Herz verlor. „Ich erinnere mich, wie ich damals hier stand und fest entschlossen zu mir sagte, dass ich genau an diesem Fleck einen Laden eröffnen werde.“ 3 Jahre später, zog Christian nach New York und gründete dort seinen Laden, in dem er für die größten Namen der Denimindustrie freiberuflich tätig war: Amerikanische Ausstatter, Fiorucci, Bisou Bisou, Levi's, XOXO. Er hatte unter anderem auch dazu beigetragen, dass die Marke Diesel ein Comeback feiern durfte. Nach einiger Zeit suchte er einen geeigneten Namen für sich und sein Geschäft und wurde “the King of Jeans”. Als er dann eines kalten Wintertages eine TV-Sendung über Bali sah, entschied Christian Audigier kurzerhand dort umzuziehen. Dieser Entschluss war aber nichts Ungewöhnliches für ihn. Er liebte die Spontaneität. Während seiner Auszeit in Bali, experimentierte er mit Jersey und anderen Materialien. Nachdem er Bali verlassen hatte und in die USA zurückkehrte, zog es ihn diesmal an die Westküste … Los Angeles. „LA schien schien mir, der nächste logische Schritt zu sein. Das Wetter ist großartig, ich hatte viele Freunde und Beziehungen dort und Denim war in dieser Gegend nach wie vor beliebt. Die Menschen, die in Kalifornien leben, haben trotz ihres lockeren Lebensstils viel Geschmack und eine gute Nase für Trends“.
Es war 2002, als Audigier Tonny Sorensen traf, der gerade die Namensrechte zu `Von Dutch', erworben hatte und kurz darauf erwog einen Film über Audigier zu drehen. Bei der Unterhaltung mit Tonny, hatte Christian Audigier einen Vision …warum nicht ein eigenes Fashionlable gründen? Eine eigene Kleidungslinie, in der man seine eigenen Ideen unabhängig von anderen Meinungen zur Geltung bringen kann. Dieser Vision kam er mit Hilfe seines angereicherten Wissens über Mode und Marketing nach … der Rest ist Geschichte.
Hier ein Auszug aus einem Interview mit Christian Audigier indem er fragen zu einigen Meilensteinen seiner phänomenalen Karriere beantwortet:
Reporter:
Von Außen betrachtet scheint sich alles, mit dem sie in Berührung kommen, in Gold zu verwandeln. Was ist das Geheimnis ihres Erfolges?
Christian Audigier:
Das ist schwer zu sagen. Ich denke, dass ich einfach sehr viel Glück hatte. Ich war oft zur rechten Zeit am rechten Ort. Ich kannte das Geschäft, bin mit dem Entwerfen und Handeln von Mode groß geworden, liebe es mit Menschen zusammen zu arbeiten und finde in Marketing meine zweite Natur. Durch diese Umstände ergab sich vieles von selbst.
Reporter:
Wie näherten Sie sich Von Dutch und seinem Erben?
Christian Audigier:
Ich näherte mich Von Dutch nicht, im Gegenteil, sie kamen auf mich zu. Bei Don Ed Hardy, war es umgekehrt. Ich bewunderte seine Arbeit und wollte unbedingt mit ihm kooperieren. Wir trafen uns und verstanden uns auf Anhieb. Schlussendlich ist für uns beide viel dabei herausgekommen.
Reporter:
Warum haben sie damals die Arbeit bei Von Dutch für ein neues Projekt aufgegeben?
Christian Audigier:
Es war vor allem die Faszination für Ed Hardys Tattoos! Damals kam die Zeit für mich, etwas neues auszuprobieren und endlich eine eigenes Unternehmen zu gründen.
Reporter:
Warum gerade Ed Hardy?
Christian Audigier:
Warum nicht? Er ist unbestritten der Beste in seinem Fach. Ich wollte einfach mit einer Legende zusammen arbeiten.
Reporter:
Wie beeinflusste diese Entscheidung Ihr Leben und Ihr Geschäft?
Christian Audigier:
Ich liebe mein Leben und meinen Job. Momentan läuft alles so, wie ich es mir vorgestellt habe. Der Erfolg, den ich im Augenblick genieße, hat natürlich seinen Anteil daran, doch ist er längst nicht alles. Ich war schon immer ein positiv denkender Mensch, der in den Tag hinein lebt, versucht Spaß zu haben und eine gute Zeit zu verbringen. Dazu kommt, dass ich mich meist mit Menschen umgebe, die diese Lebenseinstellung mit mir teilen. Daher komme ich trotz der vielen Arbeit und des vollen Terminkalenders immer noch dazu, genügend Ausgleich zu finden.
Reporter:
Was macht die Kunst des Tätowierens so besonders? … Und warum fühlten sie sich von ihr dermaßen angezogen.
Christian Audigier:
Ein Tattoo stellt für mich eine Art zweite Haut dar. Wenn man sich einmal für eine Tätowierung entschieden hat, geht man eine Verpflichtung ein. Man trägt das Motiv ein Leben lang. Diese Kunst ist sehr persönlich und hat immer eine Bedeutung.
Reporter:
Obwohl einige Tätowierer unbezahlbar teure Kunstwerke stechen, wird das Tätowieren von vielen Menschen immer noch als eine typische Sache für Harley Fahrer und Rockstars angesehen. Was denken sie darüber, und wie meinen sie, kann man diesen Umstand ändern.
Christian Audigier:
Das stimmt. Allerdings konnte man mit diesen Vorurteilen in den letzten Jahren ein wenig aufräumen. Heutzutage sieht man selbst junge Frauen, die größere Tattoos besitzen, aber durchaus schick und elegant wirken können. Tätowierungen waren zu ihren Anfängen ein Erkennungszeichen für Rock n Roller oder Biker. Heute ist es eher ein Ausdruck der Individualität des einzelnen. Deshalb musste ich in dieser Richtung nicht viel ändern. Ich habe lediglich versucht, die Textilmode mit ins Spiel zu bringen.
Reporter:
Und das reicht, damit Fashion Shops wie Nordstorm und Celebrities verrückt nach ihrer Kleidung werden?
Es ist nicht Nordstrom oder Macys, die die Trends vorgeben. Es sind die Leute selbst. Sie sind die einzigen, die die Nachfrage beeinflussen können und folglich bieten die Kaufhäuser an, was die Kunden kaufen möchten. Sie müssen die Leute auf den Straßen beobachten, sehen, was sie tragen möchten und darauf dann reagieren. Die Stars sind natürlich für die Vermarktung eines Produktes hilfreich. Aber letztendlich sind das auch nur Menschen und können selbst bestimmen, was ihnen gefällt und Spaß macht und was sie letztendlich tragen wollen. Meine Mode muss hip und bequem sein, daran habe ich nie etwas geändert.
Reporter:
Warum konnte Don Ed Hardy den Erfolg der Kleidung nicht nachvollziehen, der durch seinen Namen und Kunst erreicht wurde
Christian Audigier:
Ich weiß es nicht. Dazu müssten sie ihn selbst fragen. Aber ich denke, dass er über die Textilindustrie einfach nicht genug bescheid weiß. Beispielsweise hat er im Gegensatz zu mir nicht ein ganzes Team von Leuten um sich herum. Er ist ein Künstler und arbeitet hauptsächlich für sich alleine. Er kann immer nur ein Tattoo zur selben Zeit stechen. Wir hingegen können hunderten von Leuten gleichzeitig ein gutes Outfit verpassen.







